Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Treuen
St. Bartholomäus

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Besinnliches

Oktober 2016
 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

haben wir es heute gut! Es gibt doch alles oder beinahe alles zu jeder Jahreszeit. Frische Erdbeeren im Winter, importierten Spargel im März, reifes Obst oder grüne Gurken aus dem Gewächshaus zu jeder Jahreszeit! Freilich hat alles seinen Preis.

Zahle ich nicht noch einen anderen Preis? Den der Geduld und der Erwartung? Wie köstlich schmecken die ersten Radieschen, Kirschen oder Erdbeeren aus dem eigenen Garten – zu ihrer Zeit! Aber ich will ja den Genuss jetzt und gleich und sofort.

Das wirkt sich aus auf anderes in meinem Leben: Brauche ich nicht auch Zeit, um „Früchte“ im übertragenen Sinn wachsen und reifen zu lassen?

Das zeigt sich auch in den menschlichen Beziehungen: Die Partnerin, der Partner sind nicht nach meinen Vorstellungen fix und gebrauchsfertig sofort für meine Wünsche einzusetzen, sondern bleiben eigene Menschen, deren Eigenart ich entdecken und dankbar gewinnen soll. Gott sei Dank: Eine Schwangerschaft dauert immer noch neun Monate. Daran will ohne zwingende Notwendigkeit niemand etwas ändern. Aber wenn die Kinder dann da sind, funktionieren sie eben nicht nach Art der chipgesteuerten Spielzeuge. Sie erfordern Arbeit und Mühe, Geduld und Pflege. Sie widersprechen, werden aufsässig und unduldsam, aber sie lassen mich auch ihre Gaben und Fähigkeiten entdecken, die ich beglückt „ernten“ kann. Meine Gesundheit, mein eigenes Leben sind solche „Pflanzen“, an denen ich nicht Raubbau treiben darf, wenn ich zur rechten Zeit etwas ernten will.

Eine chinesische Fabel erzählt von einem Reisbauern, dem seine Reispflanzen zu langsam wuchsen. Er ging auf das Feld und zog sie alle ein Stück höher. Am Abend sagte er zu seinem Sohn: „Heute habe ich dem Reis beim Wachsen geholfen.“ Der Sohn ging aufs Feld und fand die Pflanzen alle verdorrt.

Ich möchte die „Ernte-Kunst“ wieder erlernen und sie bewahren, nicht einfach hinnehmen, hinlangen. Geduld lässt mich nach dem Wachsen und der Reife fragen, den richtigen Zeitpunkt der Ernte erkennen und die Freude über das Geerntete erhalten. Das Erntedankfest erinnert daran.

 

Mit diesen Gedanken grüße ich Sie auch im Namen der Mitarbeiter und Kirchenvorsteher

 

Ihr Pfarrer Stefan Konnerth
 


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