Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Treuen
St. Bartholomäus

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Besinnliches

Monatsspruch Juni 2015
 

Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.

(1. Mose 32,27)

Jakob ist ein erfolgreicher Mann. Aber er trägt eine Vergangenheit mit sich herum, die nicht vergehen will. Den Vater und den Bruder hatte er schändlich belogen und betrogen. Den Segen und das Erbe hatte er sich mit List und Tücke erschlichen. Aus der Heimat musste er fliehen. Aber doch lag ein Segen auf ihm. Er hat es geschafft, ist erfolgreich, hat Geld und eine glückliche Familie. Aber trotzdem: Diese Geschichte mit Esau, Isaak und dem Segen – das will er bereinigen, denn das plagt ihn. Immer wieder hat er mit sich gerungen, jetzt will er endlich den ersten Schritt tun.

Es ist Nacht. Die Nacht der Anfechtung. Und in dieser Nacht ringt einer mit Jakob, bis die Morgenröte anbricht.

Jakob kämpft mit einem Gegner, der ihm seinen Namen nicht verraten will. Es sind diese namenlosen, diese anonymen Mächte, die aus dem Irgendwo kommen. Depressionen haben solchen Charakter, sie lassen sich nicht dingfest machen. Ein vergleichsweise kleines Ereignis kann sie auslösen und in einen Kampf an allen Lebensfronten führen. Abschied und Trauer lassen Gedanken denken, die noch nie zuvor gedacht werden mussten und völlig unbekannt waren: Endlichkeit, Einsamkeit, Lähmung, Furcht vor der Welt und ihrem sich rastlos weiter drehenden Getriebe, als wäre nichts geschehen.

Hier jedoch wird sich nicht ergeben. Jakob leistet Widerstand. Er flüchtet sich nicht in die Opferrolle. Er nimmt den Kampf auf, tapfer und stark. Er lässt dem „einen“ nicht den Sieg.

„Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.“ – Irgendwann muss das Übermächtige klein bei geben. Denn alle Mächte müssen letztlich Gott dienen, keine Mächte sind freischwebend, frei schaltend und waltend und wir nur deren Opfer. Sie müssen am Ende Gottes Heilswillen und damit den Menschen dienen. Sie haben keine absolute Kraft. Sogar das Dunkle muss am Ende zum Segen werden. Es hat nicht die Macht, Jakob zu zerstören.

„Es ging ihm die Sonne auf“, heißt es später, das Leben wird ihm wieder hell. Dass Gott die Sonne nicht einfach nur hell und heiß scheinen lässt, sondern dass er sie mir warm und freundlich leuchten lässt! Dass ich nicht einfach nur noch lebe, sondern leben darf trotz allem, was war und ist, mit allen meinen Narben und Lebenslasten – das ist Segen. So segne Gott auch Sie!

 

Es grüßt Sie auch im Namen der Mitarbeiter und Kirchenvorsteher

                                                                                              Ihr Pfarrer Stefan Konnerth
 


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