Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Treuen
St. Bartholomäus

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Besinnliches

Juli/August 2014
 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Aus grauer Städte Mauern ziehn wir durch Wald und Feld.

Wer bleibt, der mag versauern, wir fahren in die Welt.“

Einmal den grauen Alltag hinter sich lassen, das Eingespannt-Sein, das Funktionieren-Müssen. Und in die Welt fahren. Oder fliegen. So wie es viele in diesem Sommer für ihren Urlaub planen. Weil man einfach manchmal die Sehnsucht danach hat: die Sehnsucht nach Freiheit, die Sehnsucht nach einem ganz anderen Leben.

„Ich will das Meer sehen“, heißt ein älterer Rap-Song. Das Meer als Ort der unendlichen Weite, der Ort, wo der Horizont sich in den Himmel verliert. Und nicht zufällig der Platz, den viele sich für ihren Urlaub aussuchen. Das Meer, kann man beinahe sagen, ist sichtbar gewordene Freiheit. Und in diesem Rap-Song verwandelt sich die Titelzeile auf einmal in „Ich will mehr sehen“ – nicht mehr „das Meer“ mit zwei „e“, sondern „mehr“. Mehr als das, was ich kenne; mehr als das, was ich gerade erlebe; mehr als das, was es gibt.

Hinter dem doppelten „Mehr/Meer“ dieses Rap-Songs steckt die Sehnsucht nach dem, was hinter den Mauern unseres Alltags ist, nach der Freiheit, von der wir träumen.

Mathias Claudius lässt in seinem Gedicht „Die Sternseherin Lise“ das Mädchen Lise um Mitternacht in den Sternenhimmel blicken, und sie beschreibt die unendliche Weite und funkelnde Schönheit über ihr, und dabei hat sie auf einmal das Gefühl:

Es gibt was Bessres in der Welt / als all ihr Schmerz und Lust.

Ich werf mich auf mein Lager hin / und liege lange wach,

und suche es in meinem Sinn / und sehne mich danach.“

Sehnsucht nach dem Besseren in der Welt, Sehnsucht nach dem anderen Leben, Sehnsucht nach Freiheit. In der Bibel ist immer wieder von dieser Sehnsucht die Rede: Menschen brechen auf in unbekannte Länder (Abraham), sie lassen ihren Beruf und ihre Familie zurück und schließen sich der Einladung eines unbekannten Wanderpredigers an (die Jünger Jesu), sie geben ihren bisherigen Glauben und die Sicherheit auf, die er ihnen bedeutete (Paulus). Und immer wieder liegt in solchen Aufbrüchen Segen.

„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“, sagt der Psalmist. Und „ringsum macht er es weit und frei“.

Ich wünsche uns, dass wir solches nicht nur im Urlaub erleben. Dass die Mauern, die unseren Alltag einengen, kleiner werden, dass wir es schaffen, sie zu überwinden.

Ihr Pfarrer Konnerth

 
 


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