Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Treuen
St. Bartholomäus

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Besinnliches

Juni 2017
 

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. (Apostelgeschichte 5,29)

 

Petrus spricht diesen Satz, als er in Jerusalem verhört wird. Das erste Pfingstfest ist gerade vorbei, die ersten Taufen auch, Menschen wachsen zu kleinen christlichen Gemeinden zusammen. Da wird Petrus zum Verhör bestellt vor den jüdischen Hohen Rat, der die neue Lehre verboten hatte. Im Verhör sagt Petrus dann zu seiner Verteidigung: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

„Gehorchen“ ist ein sperriger Begriff. Wohl auch darum, weil er umgangssprachlich mit parieren, kuschen, spuren, sich ducken, nach jemandes Pfeife tanzen ... umschrieben wird. Tatsächlich steckt in dem Wort „gehorchen“ auch „aushorchen“ drin, aber andererseits auch „hören“, „lauschen“, „zuhören“.

Auf wen höre ich?

Ich höre auf den, dem ich mich zugehörig fühle. Ich höre nicht zu, weil ich gezwungen werde. Ich höre auf den, der mir und anderen guttut. Ich höre auf Worte, denen ich vertrauen kann, weil eine Wirklichkeit dahintersteht, die vertrauenswürdig ist. Für die Jünger in der Apostelgeschichte ist es Gottes Wirklichkeit, die in Jesu Leben klar und vertrauenswürdig vor Augen ist. Sie hören auf sein Wort und geben es weiter. Deshalb treten sie den Hohepriestern so mutig entgegen. Wir nennen das auch Zivilcourage.

Jesus will keine Macht über Menschen ausüben. Noch nicht einmal Gott verlangt unbedingten Gehorsam. Es heißt, du sollst Gott „mehr“ gehorchen. Im „mehr“ liegt ein Rest. Dieser Rest ist mein eigenes Nachdenken.

Gott gehorchen ist hellwaches Hinhören. Weil ich ihm vertrauen kann, deshalb höre ich auf ihn.

Gehorsam bei ihm ist immer gepaart mit Liebe. Weil ich zu Gott gehöre, kann ich „nein“ sagen zu allen Menschen, die blinden Gehorsam erwarten. Auf der Suche nach Sinn wünschen sich viele Menschen einfache Lösungen, etwas, woran sie sich halten können, ohne es hinterfragen zu müssen. Unser Glaube schenkt dagegen Freiheit. Benutze dein eigenes Denken, aber bleibe in der Liebe. In ihr sollen wir Gott unbedingt folgen. Liebe bindet alles zusammen. Es ist die Liebe Gottes, aus der ich mein Vertrauen gewinne. Auf ihn höre ich. Dieses Hinhören brauchen wir ebenso wie die Jünger, weil es Mut macht für eigene Entscheidungen.

Im Zweifel für Gott, im Zweifel für seine Gebote. Das erfordert viel Arbeit und Nachdenken, ist aber aller Anstrengung wert. Wer in seinem täglichen Leben  Gott die Ehre gibt und nach seinem Willen fragt, dem (und denen) dient auch Gott.

Ich grüße Sie auch im Namen der Mitarbeiter und Kirchenvorsteher.

Ihr Pfarrer Stefan Konnerth
 


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