Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Treuen
St. Bartholomäus

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Besinnliches

Okotber/ November 2020
 

Liebe Leserinnen und Leser,

auf den ersten Seiten der Bibel ist es zu lesen: Gott heiligt den siebten Tag. Gott ruht am siebten Tag. Und aus dieser Ruhe entsteht Segen für Tier und Pflanze, für Mensch und Erde. 1. Mose 2

Es ist ein eigenartiger, aber ganz verständlicher Gedanke, dass alles zur Ruhe kommen muss, damit Kraft und Energie entstehen für neues Leben. Jedes Blatt, das jetzt im Herbst von den Bäumen fällt, predigt es uns. Selbst Gott kommt zur Ruhe. Selbst Gott legt die Schöpferhände in den Schoß und lässt es für heute gut sein. Geborgen in diesem Segen, kann ich mich wirklich ausstrecken, kann Atem schöpfen. Nichts, was mich bedroht. Nichts, was etwas fordert. Nichts, was mir einen Gedanken, eine Sorge abverlangt.

Das ist unvorstellbar, nicht wahr? Ist es nicht so, dass wir das Sorgen überhaupt nicht lassen können? Selbst das Denken können wir nicht lassen. Dies und das beschäftigt uns. Wir tragen es durch die Tage, es begleitet uns durch schlaflose Nächte oder begegnet uns wieder in unseren Träumen. Als ob wir nie zur Ruhe kämen.

Aber kann einer, der nie zur Ruhe kommt, wirklich „Danke“ sagen? Muss er nicht das „Danke“ einschränken und sagen: Ja, für dies danke ich, aber das andere ist noch offen.

Für meine Gesundheit danke ich, aber meine Familie ist nicht so, wie sie sein sollte.

Ja, für die Familie danke ich, aber da ist so ein Stechen in der Magengegend, ein Druck im Herzen. Ja, für die Ernte danke ich, aber kann ich weiter mit meinen vielen Schulden leben?

Ja, für meine Liebe danke ich, aber geht sie nicht auch einmal zu Ende? Ja, für diesen Tag danke ich, aber was ist morgen, Gott?

Sind nicht alle unsere Sätze, in denen wir „Danke“ sagen, gleichzeitig „Ja, aber“-Sätze“?

Es gibt drei Tage, von denen die Bibel erzählt, an denen es ein solches Aber nicht mehr gegeben hat oder gibt. Das ist der siebte Schöpfungstag, an dem selbst Gott ruht und alles gut ist. Das ist der Ostermorgen, an dem der Tod ausgelacht und besiegt ist, und es ist der Tag, an dem ein neuer Himmel und eine neue Erde ein vollkommen neues Buch unseres Lebens öffnen, in dem von Not und Tränen und Trennung und Angst nicht mehr – nie mehr – die Rede sein wird.

Aus solcher Ruhe kommt unsere Lebenskraft. Aus solcher Ruhe wird es uns schon heute leicht, wenn wir wenigstens ein wenig das Sorgen und Denken und Tun lassen können.

Es ist ein Segen, wenn das schon im Leben gelingt. Gott hat uns dafür den Sonntag geschenkt, den Tag, an dem wir uns an die Auferstehung Jesu und an die Güte der Schöpfung erinnern und unser Sorgen lassen können.

Es ist der größte Dank, zu dem ein Mensch fähig ist im Angesicht seines Schöpfers, wenn er das Sorgen lässt und es gut sein lässt.

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie dies mehr und mehr lernen, es gut sein lassen können, dass Sie weglegen, Gott sorgen lassen können, zur Ruhe kommen und aus dieser Ruhe immer neu  Kraft schöpfen.

 

Ich grüße Sie herzlich auch im Namen des Kirchenvorstands und der Mitarbeiter

Ihr Pfarrer Konnerth

 


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