Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Treuen
St. Bartholomäus

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Besinnliches

März 2018
 

Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht. Johannes 19, 30

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

eine solche Christusdarstellung wie auf dem Titelblatt dieser Ausgabe habe ich noch nie gesehen! Jesus am Kreuz – aber da ist äußerst wenig von Schmerz zu sehen oder gar vom Tod. Im Gegenteil: Das Bild sprüht von Leben. Jesus ist nicht ein Sterbender, sondern ganz und gar lebendig, umgeben von Lebensbäumen und einem herrlich blühenden Garten. Das Kreuz, so massig und schwer es anmutet, erdrückt Jesus nicht, sondern es erscheint wie der Ort, an dem Jesus ruht. Er hängt nicht schlaff an ihm, sondern scheint es selbst zu tragen, und das mit links! Jesus scheint mitsamt seinem Kreuz irgendwie zu schweben, aufgehoben und gehalten in einem Licht, das vom Himmel kommt und sich wie Sonnenstrahlen um sein Haupt legt.

So ungewöhnlich diese Christusdarstellung auch ist, sie ist ganz nahe am Zeugnis der Bibel. So wie der Evangelist Johannes von der Kreuzigung Jesu erzählt, starb dieser nicht in Verzweiflung und Gottverlassenheit, sondern Jesus ist auch noch im Sterben der souveräne Herr, und alles, was er tut und erleidet, hat nur den einen Sinn, Gottes Heilsplan mit der Welt zu erfüllen. Sozusagen Wort für Wort, bis hin zum Verlosen der Kleider, geht es nach Gottes Plan, und auch die, die gegen ihn sind, sind Gottes Werkzeuge und helfen, ohne es zu wissen, mit, die Verheißungen der Schrift zu erfüllen. Und schließlich meint auch der Satz: „Es ist vollbracht!“ nicht: „Jetzt habe ich es gleich überstanden“, sondern: „Ich bin am Ziel“.

Das Kreuz ist nach dem Evangelisten Johannes keine Katastrophe, es ist die Erhöhung Christi. Deshalb stirbt Jesus bei ihm nicht mit dem Schrei der Verlassenheit, sondern die Kreuzigung ist ein friedvoller Abschluss, ein friedliches Ende, ja mehr, eine Vollendung des Erlösungswerks dessen, den Gott der Welt zum Heil gesandt hat.

„Es ist vollbracht“ – solch einen Satz kann eigentlich nur der sagen, der von der Auferstehungswirklichkeit weiß, und das ist Gott. Denn ohne die Auferstehung ist ja noch nichts vollendet. Doch weil nichts und niemand Gott von seinem Heilswirken abbringen kann, kommt am Karfreitag Ostern in den Blick. Und darum passen die Osterglocken auch unter das Kreuz. Gott schenkt Leben – nicht nur dem Sterbenden auf Golgatha, sondern auch den Menschen in Lappland, die in ihrer Sucht ertrinken, dem Schwager, der von einem Tumor zerfressen wird, … dir und mir.

Der Evangelist Johannes spricht in seinem Evangelium häufig eine Einladung aus: „Komm und sieh!“ Vielleicht müssen wir diese Einladung so ergänzen wie es der Altarmaler getan hat: „Komm und höre!“ Sein Jesus am Kreuz spricht! Er schenkt Leben durch sein Wort. Wenn wir auf Jesus sehen und hören, dann sehen und hören wir Gott, der uns anspricht mit Worten der Liebe. Es ist vollbracht. Für dich ist alles getan.

In der frohen Erwartung, dass Gott uns immer wieder Aufbrüche neuen Lebens schenkt, grüße ich Sie auch im Namen der Mitarbeiter und Kirchenvorsteher und wünsche Ihnen eine gesegnete Passionszeit und ein frohes Osterfest.

                                                                                                                           Ihr Pfarrer Stefan Konnerth
 


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