Evangelisch - Lutherische Kirchgemeinde Treuen
St. Bartholomäus

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Besinnliches

Juli/August
 

Der Monatsspruch für Juli 2020:

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.                                                                                             1. Könige 19, 7

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Elia ist nach 40 Tagen an seinem Ziel angelangt. Der Berg Horeb liegt vor ihm. Der Prophet ist müde und kraftlos. Er hat mit den Baals-Priestern einen blutigen Kampf geführt. Seine Todfeindin, Königin Isebel, trachtet ihm nach dem Leben. In einer Höhle am Gottesberg bricht er zusammen, und es bricht aus ihm heraus, all seine Sorge, sein Leid, sein Schmerz: „Alle haben mich verlassen. Meine Feinde sind hinter mir her. Ich bin ihnen schutzlos ausgeliefert. Es ist genug. Am liebsten würde ich sterben.“

„Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss!“

 

Essen hält Leib und Seele zusammen. Elia, der es wahrlich satt hat, soll satt werden. Brot des Lebens, Lebensbrot, Nahrung für Leib und Seele, innere Stärkung, Heilung. Für jeden mag diese Art Kraftstoff anders ausschauen. Für Elia, der so lange unterwegs war, ist es bestimmt eine richtige Mahlzeit, die ihm guttut. Für andere kann es vielleicht das persönliche Gespräch sein, sich jemand vorbehaltlos anvertrauen können. Einfach mal rauslassen, was ich schon lange satt habe. Beim nächsten wieder kann das die Familie sein, die stärkt und Zusammenhalt schenkt. Oder ein Gottesdienst, ein Abendmahl, die Predigt oder das Lied, das mir unter die Haut geht.

 

Was ist solches Lebensbrot für mich? Vielleicht sollten wir uns auch einmal in eine Höhle begeben, an einen Ort der Stille und Meditation, um eine Antwort zu finden. Manchmal braucht es auch Engel, himmlische Boten, die einem einen Anstoß geben: Schau doch mal genauer hin, das kann dir helfen und dir neue Kraft schenken. Etwas, das die bedrohlichen Geister vertreibt, die meinen Geist gefangen nehmen. Du musst nicht so sein wie deine „Väter“ oder deine Vorgesetzten oder die inneren Antreiber, die ihre Ansprüche an dich stellen. Bei Gott zählt das nicht. Ganz gleich, wie es dir momentan geht, wenn dir die Kraft fehlt – er wird dir neue schenken.

 

Interessant ist auch, wie Gott Elia neu begegnet. „Nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen“, heißt es in den folgenden Versen. Kein lauter, fordernder Gott tritt ihm gegenüber, sondern ein stiller und sanfter – kaum wahrnehmbar, oder doch?

Ich denke, wir sollten das öfter tun: innehalten, sich die Zeit der Stille und des Nachdenkens gönnen.

Ich wünsche Ihnen und mir einen guten Zugang zu solchen stillen Momenten – um Gottes Nähe und Kraft wahrzunehmen.

 

Ich grüße Sie herzlich auch im Namen des Kirchenvorstands und der Mitarbeiter

Ihr Pfarrer Konnerth
 


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